[Kurzrezensionen] Feel Again, Faking It, Finding It | Mona Kasten, Cora Carmack

Kurzrezension Feel Again Mona Kasten

New Adult | LYX | 978-3-7363-0445-1 | ET 26.05.2017 | 12,00 € | Paperback | 467 Seiten

Mona Kasten | Again-Reihe, Band 3 | Band 1: Begin Again | Band 2: Trust Again


Die Again-Reihe von Mona Kasten habe ich zufällig entdeckt. Na ja, fast. Ich hatte viel vom ersten Band gehört – so viel, dass mir der Hype schon wieder auf die Nerven ging und ich erst mal Abstand von diesem Buch genommen habe. Dann bin ich irgendwann in der Buchhandlung meines Vertrauens daran vorbei gelaufen und konnte das Buch nicht stehen lassen. Und schon war es um mich geschehen. Den ersten Band habe ich verschlungen, den zweiten geradezu aufgesogen und jetzt endlich habe ich es auch geschafft, mir Band 3 zuzulegen.

Es geht diesmal um Isaac und Sawyer und das Prinzip „Gegensätze ziehen sich an (bzw. aus)“. Sie braucht ein Objekt für ihr Abschlussprojekt des Fotografiestudiums, er hat ein Makeover (ihrer Meinung nach) dringend nötig und nachdem ihre erste Begegnung einen Kuss beinhaltete, der keinem der beiden wieder aus dem Kopf ging, nimmt die Geschichte ihren Lauf. Währenddessen erscheinen die Paare aus den ersten Bänden ab und zu auf der Bildfläche, wie es für Reihen dieses Genres üblich ist.

Ich bin hin und weg von dieser Reihe, was diesen finalen dritten Band einschließt. Von Mona Kasten hatte ich vorher nichts gelesen, das werde ich jetzt aber vermutlich schleunigst ändern. Der Schreibstil ist großartig, die Anspielungen auf Supernatural und andere Dinge, die ich mag, gut platziert und die Geschichten selbst erfüllen zwar einige Klischees, aber sie sind so gut eingebaut, dass das in diesem Fall vollkommen okay ist.


Kurzrezension Faking It, Finding It Cora Carmack

New Adult | LYX | 978-3-8025-9498-4 | ET 02.10.2014 | 9,99 € | Paperback | 352 Seiten
New Adult | LYX | 978-3-8025-9624-7 | ET 05.03.2015 | 9,99 € | Paperback | 320 Seiten

Cora Carmack | Losing It-Reihe, Band 2 & 3 | Band 1: Losing It


Es ist eine ganze Weile her, dass ich den ersten Band dieser Trilogie gelesen habe, deshalb dauert es einen kleinen Moment, um mich wieder in die Charaktere und das Setting einzufinden. Es half dabei auch nicht gerade, dass zwischen dem Ende des ersten und dem Anfang des zweiten Bandes ein Sprung in Zeit und Ort stattfindet. Aber es soll hier ja um die Bände zwei und drei gehen, nicht um den ersten Band. Den habe ich in dieser Kurzrezension schon angesprochen.

Faking It gefiel mir ganz gut, die Figuren waren gut ausgearbeitet und die Szenerie hat irgendwie etwas: um den nicht wirklich elterntauglichen Freund vor besagten spießigen Eltern zu verbergen, überredet Max Cade dazu, ihren spießigen Freund zu spielen. Weil Cade frustriert von seinem Leben ist und irgendwie Lust drauf hat, geht er darauf ein. Es stellt sich heraus, dass sie eigentlich ganz gut zueinander passen… Mit Finding It hatte ich ein bisschen Probleme. Ich wurde mit der Protagonistin Kelsey nicht wirklich warm, ihre Entscheidungen und Gedankengänge konnte ich in den seltensten Fällen nachvollziehen und obwohl ihre Vergangenheit sie stark beschädigt hat, fehlt mir auch irgendwie das Verständnis für das Drama, das sie veranstaltet. Ich habe mich außerdem an einen Film erinnert, in dem Mandy Moore die Hauptrolle spielt (American Princess, 2004). Den muss ich mir noch mal angucken, sicherheitshalber, aber die Handlung ähnelt (wenn ich mich richtig erinnere), sehr diesem Buch. Der Schreibstil von Cora Carmack ist angenehm zu lesen. Allerdings habe ich das Gefühl, dass sie zu sehr versucht, möglichst jugendlich zu wirken, es aber leider nicht schafft, sodass es oft sehr gezwungen wirkt. Es hätte der perfekte Mittelweg zwischen erwachsen und vernünftig und jung und frech sein können, das wäre auch perfekt für die Altersgruppe der Protagonisten gewesen. Leider ist das etwas verfehlt. Schade ist auch, dass ausgerechnet der letzte Band der Trilogie in meinen Augen so schwächelt – der letzte Band bleibt ja doch irgendwie stellvertretend für die ganze Reihe in Erinnerung … Aber vielleicht lese ich die Reihe irgendwann noch mal und sehe das dann alles ganz anders. Wer weiß?

[Kurzrezensionen] Februar 2017.1

 e3a3b9e6e5c7c355Bloodbound 1. Die Garde des Königs | Erin Lindsey

Dieses Buch war dafür verantwortlich, dass ich wieder aktiver bei der Lesejury von Bastei Lübbe wurde, kurz bevor die Community ihre Generalüberholung erhielt. Die Leseprobe stand zur Bewertung zur Verfügung und ich habe mich so festgelesen, dass ich vollkommen vergessen hatte, dass es sich nicht um das ganze Buch handelt – und war total überrascht, als die Leseprobe zu Ende war. Da musste ich das Buch dringend kaufen, als es bei Arvelle im Angebot erschien, war ja klar.

Dass ich die Leseprobe gelesen hatte, war aber schon einige Monate her, sodass ich etwas brauchte, um in die Geschichte zu finden. Und dann gab es mehr High Fantasy-Elemente, als ich erwartet hatte. Dennoch gefiel mir die Geschichte sehr gut und in die Hauptfiguren habe ich mich ziemlich schnell verguckt. Das Ende dieses Bandes ist nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hatte, und es gibt eine Fortsetzung, die wohl auch schon erschienen ist. Die werde ich vermutlich (erst mal) nicht lesen, denn so richtig vom Hocker gehauen wurde ich hiervon nicht. Ich hatte wohl einfach zu hohe Erwartungen.


fb97904534fb6d2fTrue 2. Weil dir mein Herz gehört | Erin McCarthy

Den ersten Band habe ich nicht gelesen, denn mir war nicht bewusst, dass es sich um eine Reihe handelt, als ich True bei Arvelle gefunden habe. Aber das war nicht schlimm, da die Bände in sich abgeschlossen sind und nur durch die Figurenkonstellation miteinander verbunden.

Erstaunlicherweise war ich richtig begeistert von diesem Buch. Mit der Autorin habe ich noch keine Erfahrungen und ich gehe an New Adult-Romane inzwischen mit der Einstellung, dass ja doch alle irgendwie gleich oder zumindest sehr, sehr ähnlich sind. Zumindest werden die Protagonisten von ihrer Vergangenheit verfolgt, die ihr gegenwärtiges Glück in Gefahr bringt. Das ist hier aber nicht der Fall, und das reicht schon, um dieses Buch zu mögen. Der tolle Schreibstil und der großartige Humor der Hauptfiguren setzen meiner Begeisterung, dass jemand sich die Mühe macht, sich etwas neues auszudenken, nur das i-Tüpfelchen auf.


37362077-00-00Losing it 1. Alles nicht so einfach | Cora Carmack

Auch Losing it stammt aus meiner Arvelle-Bestellung. Und von meinem SuB, wie übrigens auch True und Bloodbound. Alle drei hatten es sich schon eine Weile dort gemütlich gemacht. (Die beiden folgenden Bücher machen die Fünfer-Clique komplett.)

Okay, eines vorweg: Ich stelle vermehrt fest, dass ich mit Büchern, deren Protagonistin noch zur Schule geht, zwar durchaus noch etwas anfangen kann, aber ich finde mehr Gefallen an denen, die bereits studieren. Ich passe wohl in das Klischee der Leserin, die mit ihren Protagonisten aufwächst. Oder so. Ihr versteht sicher, was ich meine.

Allerdings habe ich keine Ahnung von Theater, halte nicht viel von One Night-Stands und kann mich generell nicht wirklich mit Bliss identifizieren. Und doch hat mich das Buch schnell in seinen Bann gezogen. Ich mag den Schreibstil, die vielen Details, die in die Geschichte eingewoben sind und natürlich kann ich gut verstehen, dass Bliss ihrem großen dunklen Fremden mit ausländischem Akzent verfallen ist… Es gibt ein paar kleine Durchhänger, aber im Großen und Ganzen gefällt mir das Buch sehr. Tatsächlich habe ich es in einer Nacht verschlungen und denke über die Folgebände nach…


das_nibelungenlied-9783765303739_xxlDas Nibelungenlied | Unbekannt

Für mein Gemanistikseminar haben wir Das Nibelungenlied auf Mittelhochdeutsch lesen müssen dürfen. Das ist übrigens in Versform verfasst, sich reimend und in Strophen also. Es sind über 2000 Strophen. Auf Mittelhochdeutsch, hatte ich das schon erwähnt?

Erstaunlicherweise konnte ich den Text trotzdem fast flüssig herunterlesen. Die Worte sind zwar teilweise verändert und auch manchmal vollkommen anders, aber viele lassen sich herleiten. Man kann es mit dem Plattdeutschen vergleichen, oder auch mit dem Bayerischen: Geschrieben ist es schwer, die Worte und ihre Bedeutung auf den ersten ungeübten Blick zu erkennen, aber laut ausgesprochen wird schnell klar, was gemeint ist. Die Hürde der Fremdsprache war also geringer, als erwartet. Inhaltlich war ich sehr gespannt, denn ich wollte die Geschichte von Siegfried und Kriemhild schon länger lesen. Die Sage vom in Drachenblut badenden Siegfried und seiner fast vollständigen Unverwundbarkeit, die ihm zum Verhängnis wird, kennt wohl jeder. Aber dies ist die Geschichte von Kriemhild. (Achtung, Spoiler: Siegfried stirbt nach nicht einmal dem ersten viertel des Nibelungenlieds.) Und sie ist gut. Da hat sich jemand große Mühe gegeben, eine Legende zu erfinden (oder ist das vielleicht alles gar nicht erfunden..?) und ich verstehe auch endlich, warum Professor Boerne seine kleinwüchsige Kollegin im Münsteraner Tatort „Alberich“ nennt.