[Rezension] Imagines. Dein Star ganz nah – Storys | Anna Todd u.a.


Imagines von Anna ToddVerlag: Heyne
Format: TB
Seitenzahl: 784
Erschienen: 13.02.2017
ISBN: 978-3-453-42003-8
Preis: 14,99 €
Erworben: Januar 2017; RezEx vom Verlag. Danke!


Erste Worte: Weil dies ein Sammelband ist, werde ich keinen Anfang einer Geschichte heraussuchen, sondern auf die Leseprobe des Verlags verlinken. Es käme mir ungerecht den weiter hinten im Buch platzierten Geschichten vor, die erste zu zitieren.


Inhalt Storys über Benedict Cumberbatch, Kanye West, Selena Gomez, Zayn Malik, Tom Hardy und viele mehr! Manchmal verschwinden wir gerne in eine Fantasiewelt, die uns den Alltag versüßt und unsere Vorstellungskraft anregt. Genau das tun auch die Autoren dieses Bandes. In Imagines bringen namhafte Autoren, allen voran Anna Todd, uns mit unseren liebsten Prominenten zusammen und erzählen Geschichten voller Ruhm, Glamour, Leidenschaft und Liebe. Quelle


Meine Meinung Ich selbst habe früher gern und viel geschrieben und spüre in letzter Zeit auch wieder vermehrt den Drang danach. Allerdings waren das unzählige Ideen, die weder ausgereift waren noch jemals beendet wurden. Ein, zwei Gedichte habe ich fertig geschrieben und ein paar Kurzgeschichten, aber sonst waren das große Fantasien und kleine Puzzlestückchen, die ich vermutlich einfach hätte zusammensetzen müssen – wozu es bisher nie kam, aber vielleicht wird das ja irgendwann noch mal was. Damit möchte ich sagen, dass ich den Gedanken, eigene Träume und Fantasien zu Papier zu bringen, sehr gut verstehen kann. Nur das Prinzip der sogenannten Imagines ist mir dabei etwas suspekt. Fanfiction kann ich nachvollziehen – man stellt sich gerade als Teenager eben gern vor, was das Idol oder sonst eine bekannte Person gerade tut oder wie sie auf eine bestimmte Situation reagieren würde. Aber sich selbst in eine solche Geschichte hineinzuschreiben, davon hatte ich bisher nichts gehört oder gelesen. Vielleicht bin ich auch einfach mit Scheuklappen durch das Internet gezogen.

Jedenfalls fand ich Anfang Januar einen Newsletter des Heyne Verlags in meinem E-Mail-Postfach vor, in dem dieses Buch präsentiert wurde. Der Name Anna Todd wird dabei, basierend auf dem Ruhm ihrer AFTER-Reihe, als Mittel zur Bekanntmachung eingesetzt, denn der Großteil der Kurzgeschichten stammt aus anderen Federn. Verbindend ist die Tatsache, dass sie alle wohl auf Wattpad veröffentlicht wurden. Und dass in jeder einzelnen Geschichte der Protagonist der Leser ist, weshalb nie Namen genannt werden (abgesehen von den Stars und Nebenfiguren). Allerdings ist mir ein paar Mal aufgefallen, dass durchaus Pronomen vorkommen, wonach die Protagonisten weiblich sind. Dieses Buch ist also an eine weibliche Leserschaft gerichtet. Ja, das ist anhand des knallpinken Umschlags (auf dem Bild oben sieht er lila aus, aber das Buch ist fast neonpink) und der Tatsache, dass es um Fanfiction geht, schon zu erahnen, aber ich finde (scheinbar entgegen den Wünschen und Erwartungen unserer Öffentlichkeit), dass man eine männliche Leserschaft nicht ausschließen sollte. Denn im Gegensatz zu normalen Romanen, in denen die Ich-Perspektive männlich oder weiblich sein kann, ohne zu diesen Problemen zu führen, ist in den Imagines der Leser der Ich-Erzähler. Und wenn im Text dann ein geschlechtsspezifisches Pronomen eingesetzt wird, dann ist es eben nicht mehr für jeden und jede möglich, sich in diese Position hineinzuversetzen. Versteht ihr, was ich meine? Das widerspricht doch der Grundidee der Imagines. Oder verstehe ich da etwas falsch?

Ich habe für meine Verhältnisse lange gebraucht, um diesen Wälzer zu lesen. Das lag aber nicht daran, dass er so dick ist. Vielmehr sind es die kurzen Sätze, die mich stören und aufhalten. Der Schreibstil, der auf Teenager ausgerichtet ist. Die Gedanken der Ich-Erzähler, die sich mit den Problemen von Teenagern befassen (mit wenigen Ausnahmen). Ich versuche bewusst, jetzt so zu schreiben. Damit ihr erkennt, dass es anstrengend ist, so etwas auf Dauer zu lesen.
Nein, ich halte das nicht durch; dafür liebe ich meine Schachtelsätze zu sehr und ich möchte euch das Leben auch nicht unnötig schwer machen. Ich denke, die Zielgruppe dieses Sammelbandes an Kurzgeschichten rund um Stars, Sternchen und die Träume junger Mädchen (und wieder einmal sind es Mädchenträume…) ist etwas jünger als ich oder aber ich bin mental anders strukturiert. Das ist nicht schlechtes, für mich ist es einfach nicht das richtige Buch.

Inhaltlich haben mich zwar einige Geschichten interessiert, zum Beispiel die um Supernatural, Captain Amerika aka Chris Evans oder auch Zayn Malik. Aber obwohl ich mich auf diese gefreut hatte (in der Hoffnung, dadurch Kim Kardashian und Konsorten besser zu überstehen), wurde ich dabei doch enttäuscht.
Dabei muss man auch wissen, dass ich Kurzgeschichten nicht so gern mag. Ich brauche mehr Zeit, um die Figuren kennen und lieben zu lernen, um der Handlung den benötigten Raum zu geben, sich zu entwickeln. Deshalb liebe ich Reihen und auch TV-Serien wohl so sehr.

Ich habe auch nicht allzu viel von Imagines erwartet, weil ich schon vermutet hatte, dass ich nicht mehr ganz in der Zielgruppe drin stecke – obwohl ich in den letzten Monaten ab und zu ganz gern mal eine Wattpad-Fanfiction gelesen habe -, wollte dem Buch aber eine Chance geben. Leider hatte ich mit meiner Befürchtung recht und bleibe nun etwas enttäuscht zurück. Aber wer weiß, in meiner Verwandschaft gibt es ein paar Mädchen, denen ich mit diesem Buch vielleicht eine große Freude machen kann. Ich muss nur warten, bis sie alt genug sind…

Fazit Ein Band voller Kurzgeschichten, in denen der Leser der Protagonist ist, der auf diverse Stars und Sternchen trifft: Kling interessant, ist es aber nicht. Jedenfalls nicht für mich. Der eine Punkt ist für die Mühe der Schreiberlinge und des Verlags, diese Imagines alle in einem Buch zu versammeln.

Punkte-1

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4 Kommentare zu “[Rezension] Imagines. Dein Star ganz nah – Storys | Anna Todd u.a.

  1. Hallo erst einmal,

    Der Leser als Hauptfigur? Das kann ich mir irgendwie nur schlecht vorstellen. Die Ich-Perspektive ja das ist klar, aber als Leser? Das erinnert mich ein wenig an Porno mit Realitybrille. Bis ich deine Rezension gelesen hatte wusste ich gar nicht, dass es so etwas gibt und jetzt nachdem ich sie gelesen habe bin ich neugierig auf die Umsetzung. Ob ich das Buch lese ist jedoch fraglich, da obwohl auch ich einer gesunden Prise Erotik nicht abgeneigt bin, mir da das Interesse an den Sternchen fehlt.

    Danke für diesen Beitrag!

    Alles Liebe Kani

    • Ich wusste vorher auch nicht, dass es diese Art von Perspektive gibt. Die Vokabel „Imagines“ war mir auch neu. Aber, bevor du mit falschen Erwartungen an dieses Buch herangehst (solltest du es lesen wollen): Erotik suchst du hier vergeblich. Dieses Buch hat nichts mit Anna Todds After-Reihe gemeinsam, abgesehen von der Fanfiction.
      LG und Danke für deinen Besuch!
      PS: Es gibt Pornos mit Realitybrille? What?! 😉

      • Die Frage ist doch eher, was gibt es nicht. Und ja es kam vor ein paar Monaten mal ein Bericht über den Dreh von einem. Ich bin immer noch neugierig wie das umgesetzt wird. Ist das dann eine „Ich“ Perspektive oder eine „Du“ Perspektive? Wir haben gestern zu 4 darüber gerätselt!

        Alles Liebe
        Kani

      • Spannend. Weißt du, welche Geschichte das ist? Das würde ich gern lesen, um zu schauen, wie mir die Umsetzung gefällt. LG!

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