[Montagsfrage]

Magst / Liest du Gedichte / Gedichtbände?

44a51-montagsfrage_bannerKurze Antwort: Nein. Ab und zu sind Gedichte mal ganz nett, aber so richtig kann ich mit ihnen nichts anfangen. Auch Gedichtbände sind nicht wirklich mein Fall. Mit Bildbänden kann ich mich dagegen stundenlang beschäftigen, aber das ist eine andere Sache… 😉

[EDIT ca. 1 Std später] Ich hab noch mal nachgedacht. Komisch, nicht? 🙂 Unter Gedichten stellt man sich ja im ersten Moment Poe, Goethe und so weiter vor. Und damit kann ich nichts anfangen. Aber Wilhelm Busch oder Heinz Erhardt vergisst man da ganz schnell, zu unrecht. Denn diese Gedichte sind einfach zum schießen, meistens jedenfalls. Und manchmal sogar wortwörtlich… Hier sind ein paar, die ich einfach mag. 

Ein Gedicht, das ich in der Grundschule auswendig lernen musste, das ich jetzt leider nicht mehr kann aber mir nicht komplett aus dem Kopf geht, ist Die Made von Heinz Erhardt. Kennt ihr sicherlich auch, wenn auch nur teilweise.

Hinter eines Baumes Rinde
wohnt die Made mit dem Kinde.

Sie ist Witwe, denn der Gatte,
den sie hatte, fiel vom Blatte.
Diente so auf diese Weise
einer Ameise als Speise.

Eines Morgens sprach die Made:
„Liebes Kind, ich sehe grade,
drüben gibt es frischen Kohl,
den ich hol. So leb denn wohl!

Halt, noch eins! Denk, was geschah,
geh nicht aus, denk an Papa!“

Also sprach sie und entwich. –
Made junior aber schlich hinterdrein;
doch das war schlecht!
Denn schon kam ein bunter Specht
und verschlang die kleine fade
Made ohne Gnade. Schade!

Hinter eines Baumes Rinde
ruft die Made nach dem Kinde ….

Quelle

Erhardt ist auch bekannt für seine knappen, aber unglaublich zutreffenden Sprüche. Zum Beispiel:

Wer sich selbst auf den Arm nimmt, erspart anderen die Arbeit.

Hier findet ihr noch mehr davon. Schmunzeln vorprogrammiert!

Wilhelm Busch ist wohl vor allem durch Max und Moritz und dergleichen bekannt. Aber auch er hat manchmal mit unverpackten Weisheiten um sich geworfen.

Wenn mir aber was nicht lieb,
Weg damit! ist mein Prinzip.

oder

Ein böses Wort läuft bis ans Ende der Welt.

oder

Die Selbstkritik hat viel für sich.
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab‘ ich erstens den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;

Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp‘ ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;

Und viertens hoff‘ ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.

Quelle

Und die Moral von der Geschicht‘: Ich mag Gedichte – meistens – nicht.

(Es sei denn, sie sind a) humorvoll und b) drücken etwas aus, das ich nachvollziehen kann. Und sie schwafeln, c), nicht herum, sondern sagen auch direkt, was sie meinen. Basta. 🙂 )

Advertisements

3 Kommentare zu “[Montagsfrage]

  1. Huhu,

    ich finde persönlich Gedichte ganz toll, wenn sie Mitten oder am Anfang von Kapiteln eines Romanes sind. So als kleine Gedenkanstoss usw.

    LG..Karin…

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s