[Rezension] Die Walfängerin | Ines Thorn

00663Thorn_Walfaengerin_FIN.inddVerlag: aufbau Verlag
Format: ePub
Seitenzahl: 368
Erschienen: 14.03.2016
ISBN: 9783841210531
Preis: 11,99€
Erworben: April 2016

Erste WorteAuf Sylt gab es einen Gott für den Sommer und einen anderen für den Winter: Der Sommergott wurde in der Kirche angebetet und der Allmächtige genannt. Der andere, der Wintergott, war Kapitän Rune Boys, und der stand eben ganz oben auf den Dünen, die Beine in den schweren Lederstiefeln weit auseinander, die Arme im Rücken verschränkt, und betrachtete wohlwollend seine Schäfchen, die eifrig und gebückt auf dem hellen Sandstrand hin und her liefen. Leseprobe

Inhalt Sylt im 18. Jahrhundert: Die junge Maren lebt als Tochter eines Fischers in Rantum. Ihre Zukunft liegt klar vor ihr: Sie wird Thies Heinen heiraten, mit dem sie aufgewachsen ist. Doch plötzlich hält der mächtigste Mann der Insel um ihre Hand an: Kapitän Rune Boys. Maren wagt das Undenkbare. Sie lehnt ab. Als ihre Familie jedoch nach einem Sturm finanziell ruiniert ist, muss sie ausgerechnet Boys um Hilfe bitten. Er macht ihr einen ungeheuerlichen Vorschlag: Sie soll mit ihm auf Walfang gehen, danach seien alle Schulden beglichen. Quelle

Meine Meinung Im Rahmen einer Buchverlosung auf LovelyBooks hat dieses kleine Schätzchen seinen Weg zu mir gefunden. Zuerst war ich etwas skeptisch, denn erfahrungsgemäß finde ich recht wenig Gefallen an norddeutschen Geschichten. Doch ziemlich schnell habe ich den Schreibstil zu schätzen und die Geschichte zu lieben gelernt.

Maren ist mir sympathisch, wenn sie auch recht naiv ist. Sie träumt vom Leben mit Thies, der ja ganz offensichtlich nicht nur Augen für sie hat, und riskiert dafür alles, was sie hat. Ein paar Schicksalsschläge später findet sie sich auf einem Walfänger wieder und ist auf dem Weg nach Grönland, in Begleitung vieler Seemänner und einer Hure – wenn das mal gut geht. Rune Boys ist mit den großartigen, reichen Businessmännern vergleichbar, die in allen möglichen Romanen momentan auftauchen und den Traummann der Protagonistinnen darstellen – nur ist er eben aus dem 18. Jahrhundert, etwas rauer und Kapitän, aber doch Geschäftsmann, guter Fang und mysteriös, vor allem jedoch hin und weg von der ihm unterstellten weiblichen Hauptfigur. Insgesamt erscheint mir dieses Buch ähnlich wie viele aktuelle zeitgenössische Romane, nur schlicht ein paar Jahrhunderte in die Vergangenheit versetzt. Und das gefällt mir mehr, als ich erwartet hätte.

Das Setting – Sylt, Amsterdam, ein Walfänger im nordischen Eis des Atlantiks – passt perfekt, es macht das Buch zu etwas besonderem. Der Schreibstil passt perfekt zu der Geschichte, die gelegentlich eingestreuten norddeutschen oder Plattdeutschen Begriffe geben ihm den letzten Kick.

Ich freue mich im Nachhinein wahrscheinlich noch mehr, als direkt am Anfang, dass ich das Buch gewonnen habe. Ein zweites Mal werde ich es sicherlich noch mal lesen, mindestens.

Fazit Ein tolles Buch mit überraschend viel Tiefgang (Na los, bemerkt mein Schifffahrts-Wortspiel!) 🙂

Punkte-4

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