[Musiktipp] Gregorian – Masters of Chant

Hallo ihr Lieben,

heute gibt es, wie angekündigt, keinen Serien oder Filmtipp von mir, sondern ich erzähle euch etwas über das Konzert der Gruppe Gregorian, das ich am Donnerstag besucht habe.

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Bereits 2013 war ich bei einem Konzert der Masters of Chant-Reihe, aber dieses hat das damalige noch getoppt. Die Musik war nicht nur vom aktuellsten, siebzehnten (!) Album der Gruppe, sondern es wurden auch die beliebtesten Lieder aus der Karriere gesungen. Darunter Lieder, die man nun nicht unbedingt von Mönchen erwartet (ja, natürlich sind diese Männer keine echten Mönche, aber trotzdem…): „Hells Bells“ von AC/DC, „One“ von U2 oder „Geboren um zu Leben“ von Unheilig (Letzeres aber auch auf Englisch, schließlich ist Gregorian international unterwegs).


Was mich jedes mal wieder begeistert, auch, wenn ich die Tricks schon kenne, sind die Licht- und Lasershows. Mal sind es „nur“ normale Scheinwerfer, die verschiedene Effekte auslösen, mal ist es das Video, das im Hintergrund der Bühne abläuft, das dem Auftritt seinen Pepp verleiht. Aber dann gibt es Auftritte unter Regenschirmen, die selbst regnen, Handschuhe mit Leuchtdioden, die die einzigen Lichtquellen bilden oder starre Lichtstrahlen auf der Bühne, die durch Spiegel, von den Sängern gehalten, in bewegliche Scheinwerfer verwandelt werden, eine Frau in einem bodenlangen, rosenroten Kleid, die scheinbar über die Bühne schwebt (weil man das unter dem Rock verborgene Hoverboard nicht sehen kann). Ach, und wenn das nicht ausreicht, wird eben eine E-Gitarre, werden ein paar Drumsticks oder Fackeln in Brand gesteckt. Das Ganze wurde durch Nebelmaschinen so in Szene gesetzt, dass man jeden einzelnen Lichtstrahl erkennen konnte – und weil wir weit genug oben saßen, störte das nicht einmal.

Die folgende Bildergalerie habe ich aus Bildern zusammengestellt, die ich unter anderem von Facebook habe, die übrigen stammen aus einer Bildergalerie der FNP. Viel Spaß beim Anschauen – und wenn ihr die Bilder anklickt, bekommt ihr eine vergrößerte Ansicht. Es lohnt sich, versprochen!

Ich habe selbst keine Fotos gemacht, da ich das Konzert so genießen wollte und mir sicher war, dass sich in den nächsten Wochen und Monaten im Internet genügend Bezugsquellen ergeben werden. Das trifft auch bisher zu, aber noch sind eben nicht so viele Bilder im Umlauf. Daher nur diese kurze Galerie.


Die Sänger werden begleitet von mehreren Musikern: zwei, stellenweise drei Schlagzeuger, ein Gitarrist und ein Bassist, manchmal ein Klavierspieler oder eine Flötistin. Wenn das nicht reicht, um die Musik bombastisch werden zu lassen, greifen die Mönche eben auch mal selbst zu den Trommeln oder Gitarren.
Außer den acht Männern in Kutten standen während dieses Konzert noch zwei weitere Sänger auf der Bühne; eine Sopranistin (Amelia Brightman; die sich gefühlt alle drei Minuten umgezogen hat und wirklich tolle Kleider tragen durfte) und ein Countertenor (Narcis; den ich anfangs wirklich für eine Frau gehalten habe! Mann, kann der singen!).


Was ich an dieser Musik so mag? Tja, das hat mich mein Vater an dem Abend häufiger gefragt, denn ich habe, wie erwartet, die Altersgrenzen der Zielgruppe um mindestens zwei gute Jahrzehnte erweitert. Nur drei weitere Mädchen, die möglicherweise etwa in meinem Alter waren, habe ich gesehen, und die hatten alle ein angesäuertes Gesicht aufgesetzt und waren, wie ich, in Begleitung eines Elternteils: Die Kinder wurden mitgeschleppt, weil die Eltern nicht allein auf das Konzert wollten. Das vermute ich jedenfalls. Bei mir war es ja genau umgekehrt. Und ich konnte meinen Vater von den Qualitäten der Gruppe überzeugen, nachdem diese ein altes Lied gesungen hatte (und scheinbar eine gute Version), dessen Titel und Verfasser bzw. originalen Performer ich bereits wieder vergessen habe. Aber dieses Lied scheint ausschlaggebend gewesen zu sein…
Wie dem auch sei, ich mag schlicht die Tatsache, dass diese Gruppe nicht mit dem üblichen 08/15-Zeug aufwartet, sondern eben etwas gänzlich anderes bietet. Die Lieder sind aktuell oder auf irgendeine Weise speziell; die meisten, zum Beispiel „Lady in Red“, erkennt man wieder und kann sogar mitsingen (manchmal…), aber sie sind eben in der typischen gregorianischen Art gesungen, meist langsam und doch rockig. Ernsthaft. Ich habe noch nie so viele wirklich alte Menschen (aus meinem Blickwinkel… 😉 ) auf einem Rockkonzert gesehen! Und es gab auch noch standing ovations. Als wir den Saal betreten haben, habe ich einen Mann auf der Treppe stürzen sehen, weil er das Geländer nicht rechtzeitig greifen konnte (bevor wir helfen konnten, stand er aber schon wieder). Den würde ich auf mindestens Mitte siebzig schätzen. Später, gegen Ende, habe ich ihn auf seinem Sitz hin- und herwippen – stehen konnte er wohl nicht – und so stark applaudieren sehen, dass ich dachte, ihm müssten bald die Hände abfallen. Ich glaube, er hat sogar gepfiffen, aber ich bin nicht sicher. Ich meine, wenn man Menschen derart begeistern kann, dann muss da schon was Gutes dran sein. Also, die Musik ist einfach anders, sie ist ruhig und rockig / metal-ig zugleich und die Show, die diese Männer und ihre Crew bieten, ist schlicht grandios.


Leider war dieses Konzert Teil der Abschiedstour, denn die Gruppe beendet ihre Karriere für den Moment (es wurde immer wieder angedeutet, dass es ja irgendwann mal weitergehen, aber man eben keinen Termin nennen könnte). Nach sechzehn Jahren, siebzehn Alben und über tausend Konzerten (so wurde es eingangs zusammengefasst) haben die Männer in den samtenen Roben sich das aber auch verdient. Schade für uns Zuhörer / Zuschauer, aber doch verständlich. Ich bin froh, dass ich dieses Konzert besuchen konnte, und werde möglicherweise eine CD mit den besten Hits von Gregorian anschaffen, sobald eine aktuelle Version (die letze „Best of“ CD ist von 1990-2010) erscheint.


Solltet ihr noch Gelegenheit haben, eines der weiteren Konzerte mitzunehmen, dann lasst es euch nicht entgehen. Auch, wenn ihr nicht unbedingt auf diese Art von Gesang steht, nicht unbedingt eine Lightshow oder ständig wechselnde Bühnenoutfits für einen Konzertgenuss braucht; ihr werdet sicherlich auf eure Kosten kommen.
Wenn ihr nicht mehr auf ein Konzert gehen könnt oder möchtet, dann schaut euch Videos auf YouTube an oder hört hier mal in den Albumplayer rein. Es lohnt sich wirklich. Ich für meinen Teil mag die Gruppe sehr und werde wohl auch noch in Zukunft ihre Musik hören.

Der Abend war definitiv ein gelungener Geburtstags-Ausklang und ich fand es einfach toll. Habt ihr vielleicht schon an meinen Beschreibungen bemerkt… 😉

Jetzt wünsche ich euch noch einen schönen Start ins Wochenende mit dem dritten Samstag im April,

eure Henrike


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2 Kommentare zu “[Musiktipp] Gregorian – Masters of Chant

  1. Huhu,

    also nicht nur stimmgewaltig die Jungs sondern auch mit einer tollen Show .

    Schon Eigenart , dass gerade Ältere da so abfahren oder? Also ich mag Männer mit Stimme und auch das z.T. mystische spricht mich persönlich an.

    Danke für Deinen schönen Bericht dazu.

    LG..Karin…

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