[Rezension] Einen Scheiß muss ich! | Tommy Jaud / Sean Brummel

Titel: Einen Scheiß muss ich!
Autor(in): Tommy Jaud als Sean Brummel
Verlag: Fischer
Format: TB
Seitenzahl: 320
Erschienen: 28.09.2015
ISBN: 978-3-596-03227-3
Preis: 16,99€
Erworben: Via Leserunde auf LovelyBooks Oktober 2015

Erste WorteWomöglich fragen Sie sich, wer zum Teufel dieser Sean Brummel eigentlich ist. Das ist eine sehr gute Frage. Die bessere ist allerdings, wer dieser Sean Brummel einmal war: einer der unglücklichsten Menschen der amerikanischen Westküste

Inhalt

Wir alle wissen: Mangelnde Faulheit kann zu Burnout führen. Dennoch leiden immer mehr Menschen unter maßlosem Müssen. Aber müssen wir wirklich abnehmen, aufräumen und uns ökologisch korrekt verhalten? Vorwärts kommen im Job, zu allem eine Meinung haben und rausgehen, wenn die Sonne scheint? »Nein!«, sagt US-Bestseller-Autor Sean Brummel alias Tommy Jaud (›Vollidiot‹, ›Hummeldumm‹), »einen Scheiß müssen wir! Die Leute sterben nicht, weil sie zu wenig Licht bekommen. Sie sterben, weil sie zu wenig Spaß haben.« Fasziniert von amerikanischen Ratgeber-Büchern und gleichsam schwer irritiert vom wachsenden Trend des maßlosen Müssens, hat sich Comedy-Autor Tommy Jaud entschieden, selbst einen solchen Ratgeber zu schreiben. Da Jaud kein Amerikaner ist, hat er einfach einen erfunden: Sean Brummel. Dessen fiktiver Bestseller ›Do Whatever the Fuck You Want‹ ist jetzt auf Deutsch erschienen: ›Einen Scheiß muss ich. Das Manifest gegen das schlechte Gewissen‹. ›Einen Scheiß muss ich‹ ist kein Plädoyer für wurstigen Egoismus, sondern ein irrwitziger Befreiungsschlag gegen Bevormundung, Leistungswahn und Gemüseterrorismus. Quelle

Meine Meinung

Gegen dieses Buch habe ich richtig gekämpft.

Auf LovelyBooks startete zur Oktober-Fischerchallenge die Leserunde zu diesem Buch, und ich fand die Idee so gut und auch die äußere Aufmachung, dass ich unbedingt mitmachen musste. Nachdem ich die Einleitung gelesen hatte, begann ich auch langsam, mich für den Schreibstil zu erwärmen. Und dann ging es richtig los und meine Lust auf das Buch und mein Spaß am Lesen waren so schnell verschwunden, dass ich es gar nicht richtig mitbekam. Es gibt zwar eine Vorwarnung, quasi die AGB zum Buch, aber dass es mir teilweise so gegen den Strich geht, hätte ich nicht erwartet. Ich kann das nicht einmal an konkreten Beispielen festmachen, die ich jetzt hier für euch zitieren könnte, weil das irgendwie am Stil selbst, am Charakter des Erzählers und auch an der Umsetzung der Grundidee liegt. Ich fühle mich nicht auf den Schlips getreten, weil Sean Brummel Vegetarier als Gemüseterroristen oder so bezeichnet, schließlich bin ich selbst auch Fleischfresser. Ich habe kein Problem mit seinen ewigen Ausreden, weshalb er nicht abnehmen oder ausgehen will, denn die gefallen mir eigentlich ganz gut. Auch seine Gründe, sich von seiner Frau zu trennen (oder sie endgültig zu vertreiben), kann ich nachvollziehen. Aber das große Ganze mag ich nicht: Sean macht sich über alles lustig, was anders ist als er, kritisiert sämtliche Lebensstile, die nicht mit seinem konform gehen, putzt die Leute um sich herum herunter und wird zu einem Quadratekel (zitat aus dem Münsteraner Tatort 😉 ), das sich sehen lassen kann. Oder eben lieber nicht.

Ich habe einen knappen Monat gebraucht, dieses Buch fertig zu bekommen. Auf jeder Zugfahrt habe ich ein paar Seiten gelesen und auch zuhause mal die Nase hineingesteckt. Das Problem hierbei ist einfach gewesen, dass ich nach einer Weile so gelangweilt war, dass ich mich lieber mit anderen Dingen beschäftigt habe. Wer also ein Buch sucht, das er über längere Zeit in kleinen Abschnitten lesen kann, wird hiermit mehr anfangen können als die Intensivleser, zu denen ich mich zähle. Dieses Buch würde ich Leuten empfehlen, die gern an allem herummäkeln oder Ausreden suchen, warum sie etwas nicht tun müssen, denn diesen Leuten kann das Buch weiterhelfen. Alle anderen, deren Toleranzschwelle etwa so hoch ist wie meine (und eigentlich vertrage ich recht viel), sollten die Finger von dem Buch lassen.

Fazit

Die zwei Punkt gelten folgenden Aspekten: es wurde ein Quellenverzeichnis angelegt, um diese ganzen Aussagen zum Teil zu belegen, ab und an sind die Witze auch witzig und nicht alles, was Sean behauptet, ist völlig konfus. Aber im Großen und Ganzen ist dieses Buch ganz eindeutig nicht mein Fall.

* * * * *

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