[Rezension] Westeros – Die Welt von Eis und Feuer (Game of Thrones)

TitelWesteros – Die Welt von Eis und Feuer (GAME OF THRONES) – Bildband (Original: A World of Ice and Fire. The Untold History of Westeros and a Game of Thrones)
Autor(en): George R. R. Martin, Elio M. Garcia jr, Linda Antonsson
Verlag: Penhaligon
Format: Gebunden (ca. DIN A4)
Seitenzahl: 326
Erschienen: März 2015
Auflage: 1
ISBN: 978-3-7645-3136-2
Preis: 29,99€
Erworben: Mai 2015; Vielen Dank an Sebastian Rothfuss und den Penhaligon Verlag für das Rezensionsexemplar!

Erster Satz: Es heißt ganz richtig, dass jedes Gebäude Stein um Stein errichtet wird, und dasselbe kann man über Wissen sagen, das von vielen gelehrten Männern zusammengetragen wird, wobei ein jeder auf der Arbeit seiner Vorgänger aufbaut.

Inhalt

Um eine fantastische Welt lebendig erscheinen zu lassen, benötigt sie eine Vergangenheit. Daher erschuf Bestsellerautor George R.R. Martin den fiktiven Kontinent Westeros, auf dem sein Meisterwerk Das Lied von Eis und Feuer / Game of Thrones spielt, in jahrelanger Detailarbeit. Dieser prachtvoll ausgestattete Bildband präsentiert erstmals die Geschichte von Westeros – beginnend in der Zeit, in der die ersten Menschen den Kontinent betraten, über die Ankunft von Aegon dem Eroberer und seinen Drachen bis zu Robert Baratheons Rebellion gegen den wahnsinnigen König Aerys II. Targaryen. Damit ist WESTEROS – Die Welt von Eis und Feuer der wahre Prolog der erfolgreichsten Fantasyserie unserer Zeit.

Quelle: https://blogger.randomhouse.de/bloggerportal/site/title/474386.html

Meine Meinung – WARNUNG: Es folgt ein „ausführlicher“ Bericht und eine kleine inhaltliche Stellungnahme… 

Ich gestehe: Ich bin ein Zuschauer, keine Leserin. Und auch so schon fällt es mir schwer, mir die Namen zu merken, besonders, da ja am Ende doch vermutlich alle sterben (Valar Morghulis!), die Orte zu einer Karte zu verbinden oder auch nur die Zusammenhänge (wer mit wem, wer gegen wen, wer tötet wen, wer hat wo die Finger im Spiel,…) zu begreifen. Ich kann natürlich nicht sagen, ob ich mich besser in der Welt George R. R. Martins auskennen würde, hätte ich die Bücher gelesen. Aber ich kann mit absoluter Gewissheit behaupten, dass ich jetzt, nach der Lektüre dieses Begleitbandes, nach einem Einblick in die Geschichte Westeros‘, dem Belichten der Thronfolge in Königsmund und der Stammbäume der großen Häuser der Lords, durchaus eher in der Lage bin, die Puzzlestückchen zusammen zu setzen. Natürlich bin ich immer noch verwirrt und etwas erschlagen von der Masse an Informationen, aber ich glaube, ich kann behaupten (Bitte, steinigt mich jetzt nicht!), dass Martin sich ähnlich komplexe Geschichten über die Vergangenheit seiner Fantasiewelt ausgedacht hat, um die Gegenwart zu legitimieren, wie Tolkien es mit Mittelerde getan hat (So, jetzt ist es raus.)

Die Geschichte Westeros‘ wird erzählt von Maester Yandel und immer wieder ergänzt durch Anekdoten oder Bemerkungen anderer Maester oder großen Herren in Form von Zitaten aus Schriften oder Lehren. Alles ist im selben Ton verfasst wie die eigentliche Geschichte (die ich ja eigentlich nur audiovisuell kenne, aber: Nachdem ich kurz in den ersten Band (Die Herren von Winterfell) hineingelesen habe, weiß ich, dass auch die Bücher so geschrieben sind, wie die Maester in der Serie sprechen.) und wirkt dadurch genau so realistisch. Die teilweise illustrierenden Bilder sind beeindruckend und im Grunde jedes ein Kunstwerk für sich. Was ich jedoch am hilfreichsten finde, sind die Stammbäume und die Aufzeichnungen der Thronfolge von Aegon dem Eroberer bis zu Tommen Baratheon, die Karten mit eingezeichneten Sitzen der Lords, den Städten und den zugehörigen Wappen, aber auch die eigentlichen Erzählungen im Fließtext, die Aufschluss darüber geben, wer die ersten Menschen waren (als deren König oder Königin sich alle Spieler des Game of Thrones aufspielen), wer „die Kinder“ sind, die Bran zu Hilfe kommen, was es mit den Valyrern und ihren Drachen auf sich hat (Hey, dass Daeneris aus Valyria kommt, wusste ich bisher gar nicht!) und eben auch, wer mit wem im Clinch ist und so weiter.

Auch, wenn ich mehr Bilder, vielleicht auch Szenenbilder aus der Serie (schließlich ist das Buch untertitelt mit dem Seriennamen) erwartet habe, hat es sich doch schon gelohnt, allein um des Wissens willen, das ich nun Stein um Stein in mir angehäuft habe, dieses Buch zu lesen. Es wird einen Ehrenplatz in meinem Bücherregal einnehmen und wenn ich wieder einmal auf dem Schlauch stehe, weil ich mir einfach nicht die Namen merken kann oder nicht mehr weiß, wer vor Robert Baratheon auf dem eisernen Thron gesessen hat, dann greife ich danach und bin froh, dass ich ein Nachschlagewerk habe.

Vielen Dank also, Maester Yandel und Maester George R. R. Martin für dieses aufschlussreiche Werk. Wer weiß, vielleicht dürfen wir in Zukunft mit weiteren Werken rechnen, so nach dem Motto Silmarillion oder Die Kinder Húrins (Tolkien)? Schließlich hat diese Welt eindeutig mehr zu bieten als nur das wahllose Abschlachten von Charakteren, die wir doch alle lieben…

Und, wo wir nun schon dabei sind: (Das Markieren des folgenden Textes ist auf eigene Gefahr!) Die Folge neun der dritten Staffel nehme ich allen beteiligten Personen übel, sowie die Entwicklungen um Theon und Ramsey (Oh, wie ich ihn hasse! Dagegen war Jeoffrey gar nichts!), den Tod des Hundes, Neds Tod, selbstverständlich, und auch den Tod Khal Drogos – um es kurz zu fassen: Warum müssen alle Leute sterben, die man mag? Kann es nicht mal Ramsey und den Rest der Boltons, Kleinfinger, Cersei, Melisandre und Stannis, alle wiederauferstandenen Toten jenseits der Mauer, die Krähen, die gegen John Snow sind,…. treffen? Mit Jeoffrey und Tywin Lennister wurde ja schon mal ein guter Anfang gemacht. So. Das musste ich mal rauslassen. Vergebt mir. 😉 Aber los, los! Legt euch diesen Bild- / Begleitband zu, wenn ihr langsam mal durchsteigen wollt durch die Irrungen und Wirrungen der Martin-Welt! 😀

ÜBRIGENS: Es wird am 21. Juni auf dem Hamburger Literaturfestival eine Lesung und eine Bühnengespräch mit George R. R. Martin geben! Tickets bekommt ihr beim Verlag in verschiedenen Preiskategorien. Vielleicht verrät der Mann auch mal die Bedeutung der zwei Rs…? Und vielleicht bietet sich ja sogar die Gelegenheit, dieses Exemplar an geballtem Wissen signieren zu lassen – jetzt brauche ich nur noch jemanden, der die ganze Zeit das Buch für mich schleppt… 🙂

Fazit

WOW. Eine super Ergänzung für alle Leser und Zuschauer der Welt von George R. R. Martin! Und weil ich so begeistert bin, bekommt dieses Buch ein Extra-Sternchen! 🙂

* * * * * *

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4 Kommentare zu “[Rezension] Westeros – Die Welt von Eis und Feuer (Game of Thrones)

  1. Hallo und guten Tag,

    also mehr ein Buch, dass sich um die Rahmenhandlung dreht oder? Und man sich als Leser da gerne vertiefen darf…

    LG..Karin..

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    • Hey Karin,

      ich würde jetzt nicht sagen, dass es um die Rahmenhandlung geht. Das ist ja eher das „Krieg und Frieden„-Spiel der großen Lords. Es geht hier um die Hintergrundinformationen, die immer wieder zum Beispiel in der Serie erwähnt werden, die man aber sonst nie richtig zusammenbekommt. Vielleicht kennst du das Silmarillion von Tolkien? Dort beschreibt er die Evolution der Elben, wie die Konflikte mit den Zwergen entstanden und so weiter. Eben Dinge, die zum besseren Verständnis führen, aber eben nicht zur eigentlichen Handlung gehören. So in der Art ist auch dieses „Nachschlagewerk“. Ich überlege schon, ob ich Fotos daraus poste – soll ich? 😉

      Liebe Grüße!

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