Rezension] On The Island – Liebe, die nicht sein darf

TitelOn the Island – Liebe, die nicht sein darf (Original: On the Island)
Autor(in):  Tracey Garvis Graves
Verlag: Goldmann Verlag; Verlagsgruppe Random House
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 384
Erschienen: März 2015
Auflage:1
ISBN: 978-3-442-48175-0
Preis: 8,99€
Erworben: April 2015; Vielen Dank an Katrin Cinque und den Goldmann Verlag für das Rezensionsexemplar sowie an Friedelchens Bücherstube für den Tipp!

Erster Satz: Juni, 2001: Ich war dreißig Jahre alt, als das Wasserflugzeug mit T.J. Callahan und mir darin über dem Indischen Ozean bruchlandete. (Anna)

Inhalt

Die junge Lehrerin Anna soll den sechzehnjährigen T.J. den Sommer über unterrichten – im Ferienhaus der Familie auf den Malediven. Anna sagt sofort zu: Die Chicagoer Winter sind lang, ihre Beziehung kriselt, da kommt dieser Traumjob wie gerufen. Als die beiden in der Propellermaschine Richtung Ferienhaus sitzen, kommt es zur Katastrophe: Das Flugzeug stürzt ab – mitten über dem indischen Ozean. Völlig erschöpft erreichen Anna und T.J. den rettenden Strand einer einsamen Insel. Ein Überlebenskampf beginnt. Und während die Hoffnung mit jedem Tag schwindet, wachsen die Gefühle füreinander. Aber hat diese große Liebe gegen jede Regel überhaupt eine Chance – auch jenseits der Insel?

Quelle: http://www.randomhouse.de/Taschenbuch/On-the-Island-Liebe-die-nicht-sein-darf-Roman/Tracey-Garvis-Graves/e426048.rhd

Meine Meinung

Es dauerte gerade einmal viereinhalb Seiten, da hatte mich diese Geschichte gepackt. Normalerweise bin ich sehr skeptisch, was Beziehungen dieser Art angeht (also mit einem recht beachtlichen Altersunterschied zwischen den beiden – Betroffenen), und auch dieses Mal verhielt es sich nicht anders. Aber die Rezension von Friedelchen, die ihr hier lesen könnt, hat mich dann doch überzeugt, es zumindest einmal zu probieren. Das ist das erste Mal, dass ich mich vollkommen auf den Tipp einer anderen Bloggerin verlassen habe, und ich bin sicher, dass ich das erneut tun werde. Denn dieses erste Mal hat er mich nicht enttäuscht!

Die Figuren sind klasse, die Handlung relativ gleichbleibend (Aber was erwartet man auch auf einer einsamen Insel?) und doch fesselnd. Immerzu habe ich darauf gewartet, was nun passiert, dass etwas passiert, das den Untertitel Liebe, die nicht sein darf erklärt. Ich meine, es ist allen klar, dass die beiden am Ende oder zumindest zwischendurch zusammenkommen. Und doch bleibt die Spannung nicht aus. Das ist aus meiner Sicht wirklich ein Kunststück: Leserinnen, die genau wissen, worauf die Geschichte zusteuert, im Unklaren zu lassen, was im Detail als nächstes passiert. (Deshalb ist es mir auch unbegreiflich, warum dieser Roman zuerst selbst verlegt wurde und erst nach ersten Erfolgen in das Verlagsprogramm aufgenommen wurde. Das nur mal am Rande.)

Zum Inhalt: Diese Geschichte zeigt, wie fähig auch Stadtmenschen sein können, sich in der unbewohnten Wildnis zurechtzufinden, wie überlebensfähig die Menschheit ist. Und wie urtümlich ein Mensch wird, wenn er allein und fernab der Zivilisation ist. Das finde ich sehr faszinierend. Auch finde ich sehr interessant, wie die Autorin die Geschichte weitergesponnen hat, nach der Insel. Auf der Wissenschaftlichen Ebene gibt es also schon mal einen Grund, dieses Buch zu lesen… 🙂 Die Liebesgeschichte, die sich hier über einen langen Zeitraum erstreckt und eben diesen auch braucht, um sich zu entwickeln, tritt zuerst in den Hintergrund, aber verliert keineswegs an Bedeutung. Sie wird völlig natürlich und wie selbstverständlich dargestellt, zumindest zwischen Anna und T.J.. Das gefällt mir. Ich hatte die Sorge, dass diese Liebe und der extreme Altersunterschied von dreizehn Jahren eine viel präsentere Rolle spielen würden, dass dieser Aspekt der Geschichte zu aufgebauscht wird. Dass das hier nicht der Fall war, hat mich sehr positiv überrascht.

Anna und T.J. sind tolle Charaktere. Sie sind in der Lage, sich weiterzuentwickeln, wie die Handlung es erfordert, sie sind nicht perfekt, was das Ganze noch realistischer macht, und sie sind derart sympathisch, dass man sie einfach nur gernhaben kann. Die anderen Figuren sind nicht so detailliert dargestellt, aber da sie wirklich nur Nebensache sind, geht das schon in Ordnung.

Der Schreibstil der Autorin ist sehr, sehr angenehm. Innerhalb weniger Stunden hatte ich On The Island verschlungen, denn es lässt sich sehr flüssig lesen und ist stellenweise so packend, dass das Weglegen des Buches schlicht unmöglich war. Schade fand ich nur, dass manche Dinge etwas in den Hintergrund gerieten. Dieser Roman zieht sich inhaltlich über mehrere Jahre, sodass einfach nicht zu vermeiden ist, dass die Details manchmal schwammig oder gar nicht richtig dargestellt wurden. Allerdings gab es stattdessen andere Szenen, die derart genau geschildert waren, dass dieses Ankratzen der anderen Szenen schnell verziehen war.

Noch eine Bemerkung zum Cover: Die dreizehn Jahre Altersunterschied sieht man nun nicht gerade bei den fotografierten Personen… Aber ansonsten (abgesehen von dem „Jolie loves“-Aufkleber, der deutlich sichtbar in Pink oben rechts unter Seinem Gesicht prangte) ein gelungenes, Aufmerksamkeit-heischendes „Hallo, hier bin ich!“-Cover… 🙂

Fazit

Eine Geschichte mit Wendungen, die ich so nicht erwartet habe, mit Gefühlen, die bei mir ausgelöst wurden, die mich überrascht haben, kurz: Ein Roman, der mich die ganze Nacht gefesselt hat! 5 von 5 Punkten!

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10 Kommentare zu “Rezension] On The Island – Liebe, die nicht sein darf

  1. Puh, da bin ich aber ehrlich erleichtert dass dir das Buch so gefallen hat und ich dir nichts Falsches empfohlen habe 🙂 Geschmäcker sind ja immer unterschiedlich, aber es freut mich, dass dir das Buch genauso gefallen hat wie mir. Gerade das fand ich auch so gut, dass der Altersunterschied nicht ewig aufgebauscht wird. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin.

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    • Doch, das war wirklich eine gute Empfehlung! 🙂 Hast du denn schon Geflüster über mehr Bücher von ihr gehört? Da bin ich nämlich auch gespannt! Aber ich hoffe, dass sie jetzt nicht ewig versucht, diese Geschichte weiterzuspinnen. Sowas geht meines Erachtens meist schief..
      Liebste Grüße!

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    • Das dachte ich mir auch erst, aber es ist irgendwie völlig nebensächlich, dass es da einen Altersunterschied gibt. Der ist zwar unterschwellig schon präsent, aber wenn man das nicht eingangs gesagt bekäme, dann würde man das beim Lesen gar nicht merken. Versuch das ruhig mal. 🙂

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  2. Ich liebe dieses Buch ❤
    Und den blöden Aufkleber hab ich immernoch nicht runtergemacht… Ich hab Angst, dass Reste hängen bleiben 😮 😉

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