Enttäuschte Erwartungen

Neulich war wieder die alljährliche Frankfurter Buchmesse. Natürlich war das ein Event, dass ich nicht verpassen durfte. Doch hauptsächlich ging es mir dabei um Informationen. Informationen, die mir im Hinblick auf mein Studium im nächsten Jahr und meine berufliche Zukunft helfen könnten. Ich muss leider sagen, dass der Teil der Messe, der auf den Nachwuchs in dieser Richtung angelegt war, ziemlich überschaubar war. Die Suche nach Autorinnen und Autoren wurde an gefühlt jeden zweiten Stand beworben, aber zukünftige Buchhändler, Bibliothekare und Lektoren hatten es schwerer, die richtigen Leute zu finden. Und hier der genauere Bericht meines interessanten, aber auch sehr anstrengenden und ein wenig enttäuschenden Tages auf der Messe, von der ich mir so viel erhofft hatte. 

07.50 Uhr

Ich steige in Marburg an der Lahn, einer wirklich schönen und sehr, sehr hügeligen Universitätsstadt in Hessen, in den Zug, der mich nach Frankfurt bringen soll. So müde, wie ich bin, befürchte ich, dass ich die Fahrkartenkontrolleure verschlafe. Ich drehe meine Musik so laut auf, dass ich erst gar nicht einschlafen kann. Die Kontrolleurin kommt, ich lasse mein Ticket scannen, und ich kann endlich die Augen zu machen.

09.09 Uhr

Der IC fährt mit kreischenden Rädern in den Hauptbahnhof von Frankfurt am Main ein. Überraschenderweise ist der Bahnsteig (noch?) nicht überfüllt, man kann tatsächlich noch die großen quadratischen Schilder auf dem Boden sehen, die den Weg aus dem Bahnhof in Richtung Messegelände weisen. Ich folge ihnen vom Gleis und aus dem Gebäude. Jetzt muss ich mich erst einmal orientieren: Ich komme aus einem kleinen Städtchen, da ist Frankfurt schon so etwas wie ein Schock. Links oder Rechts? Ich entscheide mich – gar nicht. Ein unsicherer Blick über die Schulter zeigt mir jede Menge Anzugträger und einige sehr businessmäßig gekleidete Frauen, die einen Zebrastreifen anstreben. Ich gebe den Entscheidungsversuch auf und folge ihnen in der Hoffnung, dass sie nicht in ein Bankenviertel abbiegen mögen.

09.35 Uhr

Normalerweise habe ich eher meinen eigenen Kopf, aber heute stelle ich fest, dass blindes Folgen manchmal gar nicht so verkehrt ist: Ich stehe auf dem Platz vor dem Messegelände, umgeben von Zelten. Hier draußen sieht es aus wie auf einem riesigen Floh- oder Büchermarkt. Ich blicke nach oben und fühle mich nicht zum ersten Mal seit meiner Ankunft hier wie erschlagen von den riesigen Glas- und Stahlbauten vor, hinter und neben mir. Diese Messe läuft erst seit einer guten halben Stunde, daher ist noch keine lange Schlange vor den Eingängen. Ich bin sicher, dass sich das in der nächsten halben Stunde ändern wird und froh, dass ich jetzt schon hier bin. Ich nutze die günstige Gelegenheit und schnappe mir von den noch vollen und völlig freistehenden Infoständen einen Lageplan, mein wichtigstes Utensil heute, neben der Tasche für Broschüren und Flyer. Ohne diesen Plan würde ich mich hier verlaufen! Und auch mit Plan ist das Zurechtfinden hier nicht so einfach, stelle ich fest, denn ich kann die Kassen nicht finden. Ich gehe um ein großes Rondell in der Mitte des Raumes herum und da sind sie, die vier Durchgänge, an denen die Leute mit ihren Scannern sitzen. Piep-Piep! Ich bin drin. Hui, ein komisches Gefühl. Um mich herum sieht es wie folgt aus: Anzugträger/-innen mit Akten- und Laptoptasche (wirklich, jeder hat beides dabei!), entweder zum Tragen oder mit Rollen, es gibt Nadelstreifenanzüge und Bleistiftröcke mit kleinem Gehschlitz hinten. Ich glaube, niemand hier hat keine Schulterpolster! Aber sie alle haben etwas individuelles, etwas alternatives. Da ist zum Beispiel diese Frau, vielleicht Mitte vierzig, ganz in hellgrau gekleidet und mit dem obligatorischen Dutt am Oberkopf. Sie trägt Highheels im Schlangenlederlook und auf ihrer Laptoptasche sind Anti-Atomkraft-Sticker. Ganz dicht bei mir steht ein Mann, dessen Anzug beinahe als Smoking durchgehen könnte. Er hat nichts an sich, das vom ultimativen Bankerlook ablenken könnte – bis er sich umdreht und ich seine Krawatte sehen kann: Schachbrettmuster. Mit Figuren. Das ist genial. Und als ich mich in Richtung der Rolltreppe bewegen möchte, überhole ich eine junge Frau, deren Pferdeschwanz beinahe länger ist als ihr beiger Blazer. Die dazugehörende Hose fällt locker über schwarze Schuhe. Alles scheint professionell. Und dann, im Vorbeigehen, sehe ich mir die Schuhe genauer an: Es sieht fast so aus, als sei es per Hand aufgemalt und ich bin mir fast sicher, dass es auch so war, denn auf den Schuhen sind unregelmäßige und auch verschiedene Muster aufgemalt. Knallbunt, dünne Linien. Wie mit Windowcolor. Ich überlege ernsthaft, mir schwarze Schuhe zu kaufen und das auch zu machen. Worauf ich hinaus will: Jeder hier ist durch und durch professionell. Und doch ist jeder einzigartig. Diese Menschen repräsentieren irgendwie alle gemeinsam und doch jeder für sich das Alternative der Welt der Bücher. Das ist irgendwie faszinierend. 🙂

09.40 Uhr

Ein paar Studentinnen stehen hinter mir auf der Rolltreppe. Jetzt falle ich zwischen all diesen herausgeputzten Leuten mit meinem Rucksack und den abgewetzten Turnschuhen von vor drei Jahren nicht mehr so sehr auf. Diese Studentinnen sind zwar noch deutlich besser gekleidet als ich, aber zumindest der Altersunterschied hat rasant abgenommen… Auf dem Weg nach oben schaue ich noch mal auf den Plan. Wo will ich als erstes hin?

09.45 Uhr

Ich bin oben angekommen, habe mich noch mal orientiert – ich habe das dumpfe Gefühl, dass ich das heute noch das eine oder andere Mal werde tun müssen – und betrete schließlich dir noch fast leeren Gänge der Halle 3.1. Zwischen den unterschiedlich großen Parzellen der Aussteller hat der Teppichboden viele bunte Farben, die Wände und eigentlich alle verfügbaren Flächen sind mit Postern und  Flyer-Ständern bedeckt. Es ist klar zu erkennen, dass ich mich hier in dem Belletristikbereich befinde. Im Zentrum der Halle ist eine Bühne aufgebaut, auf der gerade irgendjemand auf Englisch interviewt wird, aber ich kümmere mich nicht groß darum. Auf dem online-Plan habe ich gesehen, dass heute keine Programmpunkte in meinem Interesse sind. Ach ja, und es sind überall Bücher, wohin man auch schaut – wer hätte das gedacht? 🙂 Ich versorge mich mit dem ersten Satz Flyern und Broschüren und laufe die Gänge S-förmig ab. Self-Publishing, nationale Literatur, Belletristik und Sachbücher, Verlage, die Autoren anwerben, Verlage, die ein neues Programm präsentieren, Autoren, die über ihre Bücher und das Schreiben sprechen. An den Ständen für Self-Publishing und in den Parzellen des Deutschen Verbandes Junger Autoren e. V. sowie bei der des Verbandes Freier Lektoren halte ich mich eine Weile auf. Bei den Jungen Autoren mache ich bei einer Umfrage mit, die sich um die neuesten Entwicklungen mit Amazon dreht. Wo beziehe ich meine Bücher her, was halte ich davon, dass Amazon die Preise der Bücher der Autoren und Verlage drückt, die sich nicht mit den neuen Forderungen einverstanden erklären? Das alles läuft völlig anonym ab, hat aber das Ziel, dass ich mich in eine Petitionsliste eintrage – bevor ich aber nicht genauer darüber informiert bin, was da Sache ist, tue ich nichts dergleichen. Allein für die Teilnahme habe ich aber ein Buch bekommen: „Was vom Sommer übrig ist“ aus der Region. Ich hatte die Wahl zwischen einer Tasche (davon habe ich weiß Gott genug), diesem Buch und „Rico, Oscar und die Tieferschatten“, was irgendwann dieses Jahr im Kino lief, aber eher für Grundschulkinder geeignet ist. Meine Entscheidung erklärt sich ja von selbst. 🙂 Bei dem Stand der Freien Lektoren habe ich mit einer Lektorin gesprochen und meine typischen Fragen gestellt, habe auch die üblichen Antworten bekommen. Sie sagte, man verdiene als festangestellte Lektorin in einem Verlag im ersten Jahr wohl um die 2500 bis 3000 Euro brutto. Das ist mir auch nicht neu. Vielleicht

10.15 Uhr

Die Gänge sind auf einen Schlag rappeldickevoll. Ich muss aufpassen, wenn ich in einen neuen Gang einbiege oder irgendwo stehen bleibe, denn jeder ist jedem irgendwie im Weg. Das ist schon eher die Atmosphäre, die ich erwartet hatte! Und mit einem Mal sind um mich herum mindestens drei Schulklassen verschiedener Altersstufen. Ich sehe zu, dass ich aus dieser Halle komme!

10.25 Uhr

Ich betrete Halle 3.0, einen Stock weiter unten. Hier finde ich Kinder- und Jugendbücher und vor allem Comics und Illustratoren in der einen, weitere Literatur nationaler, aber auch internationaler Art in der anderen Ecke. Im Zentrum dieser Halle ist das Podium der Süddeutschen Zeitung, auf dem gerade jemand interviewt wird. Warum kenne ich all die Leute auf diesen Bühnen nicht? Klar, ein paar Leute sind mir heute schon begegnet, von denen ich überzeugt bin, dass ich sie schon mal in irgendeinem Buch hinten in schwarz-weiß abgedruckt gesehen habe. Hier, in der Comicecke, gibt es jetzt auch Tassen und solchen Schnickschnack zu kaufen, eben Fanartikel. Eine echt gute Zeichnerin zeigt, wie ein Manga-Bild entsteht und ich sehe – wie zu erwarten war – jede Menge Leute an und um den Stand von Samsung Galaxy herumstehen und -sitzen, die irgendeine neue technische Spielerei ausprobieren. Wahrscheinlich hat jetzt auch Samsung einen eReader herausgebracht. Da ich durch die Kinderabteilung gehe, versuche ich mir meine Genervtheit nicht anmerken zu lassen. Das Bundesamt für was auch immer hat auch einen großen Stand in dieser Halle, an dem gerade ein Quiz mit den Kindern gespielt wird. Auf dieser Ebene bin ich wesentlich schneller durch als in der Halle 3.1. Vielleicht, weil mir nicht nur meine Füße, sondern auch meine Schultern wehtun. Diese Broschüren und Kataloge sind schwerer, als man zu Anfang glauben mag. Papier hat ein enormes Gewicht auf Dauer!

10.50 Uhr

Ich habe ein ruhiges Fleckchen und vor Allem ein einigermaßen gemütliches Sofa gefunden! Ich stelle meine Tasche ab, strecke Arme und Beine von mir und genieße die ruhigen Minuten. Wobei ruhig relativ ist: Das – ich nenne es jetzt einfach mal so – Treppenhaus ist völlig offen gestaltet, man sieht und hört (!) die Flure jeder Etage in der Luft hängen, über und unter mir gehen Leute entlang und unterhalten sich. Ich bin nicht durch Wände von der Eingangshalle abgeschirmt. Hier summt es wie in einem Bienenstock. Durch Glasscheiben sehe ich, dass so langsam auch die Sonne herauskommt. Wie schön – gestern hat es nur geschüttet. Da ist es fast schon wieder schade, dass ich den ganzen Tag drinnen verbringen werde… Ich schaue mir die Broschüren durch, die ich bisher so eingesackt habe, und verlade sie von meiner Baumwolltasche in meinen Rucksack. So habe ich Platz für neue, wenn ich erst einmal in den nächsten Hallen bin. Nebenbei mache ich meine Mittagspause, denn ein Blick auf die Uhr zeigt, dass ich schon fast zwei Stunden vertrödelt habe! Erstaunlich. Ich meine, dass ich etwa eine Stunde pro Halle brauche. Drei Hallen habe ich noch vor mir. Ich nenne sie den Vierer-Block, da es sich um die Hallen 4.0, 4.1 und 4.2 handelt. Noch fünf Stunden liegen vor mir, ehe ich zurück zum Bahnhof muss. Also reicht die Zeit, um später noch eine Pause machen zu können. Beruhigt und ohne Zeitstress mache ich mich auf die Suche nach der Halle 4.1: Dort sollen ein paar Unis vertreten sein. Der eigentliche Grund für meinen Besuch hier also.

13.10

 Ich irre noch immer umher, dieser Vierer-Block ist einfach nicht zu finden. Zwar ist er überall ausgeschildert, aber die Schilder hören irgendwann auf, und dann kommen nr noch Ausgangs-Schilder.

13.15

Ich habe zwei Frauen im Vorbeigehen sagen hören, dass sie diesen verflixten Vierer-Block nicht finden können. Ha! Ich bin nicht allein auf dieser Welt!

13.17 Uhr

Zwei andere Frauen – ja ja, Frauen machen immer alles überall zu zweit – haben über diese Hallen gesprochen. Ich folge ihnen unauffällig – Folgen scheint heute mein Ding zu sein – und tatsächlich: Die Schilder führen doch nicht ins Leere! Ich hätte gleich beim ersten Versuch einfach ein paar Meter weiter und um eine Ecke gehen müssen. Na toll. Wenigstens habe ich so auf der Suche nach der Halle 4.1 die Kalendergalerie entdeckt, die ich sonst garantiert übersehen hätte (wenn ich sie denn überhaupt gefunden hätte). Von Familienplanern über Abreißkalender für jeden Tag und Taschenkalendern bis zu einen Meter breiten Panoramakalendern gibt es hier alles! Besonders gefallen haben mir diese riesigen Fotokalender mit Bildern aus dem Universum. Diese Sternenkonstellationen und Meteoritenschauer sind einfach wunderschön anzusehen. Nun ja. Die vierte Halle erstreckt sich über drei Etagen. Eigentlich bin ich nur wegen des Listenpunktes „Bildung“ hier, aber dieser entpuppt sich als Zukunftsvision für Lehrer. Allerdings gibt es tatsächlich einen Stand für „Studieren rund ums Buch“. Dort werden ein paar Studiengänge von verschiedenen Universitäten vorgestellt. Es sind auch Studenten vor Ort, denen ich Fragen stellen kann. Aber wirklich vorangebracht hat mich auch diese recht kleine Parzelle nicht. Das finde ich sehr schade, denn ich hatte mir viel von diesem Besuch erhofft. Ich schwanke sehr in der Frage, was ich nach dem Abitur machen möchte. Ich weiß, dass Bücher immer wichtig für mich sein werden, aber ich habe nicht die geringste Ahnung, was ich konkret machen möchte. Deshalb dachte ich, zumindest durch das Gespräch mit Studenten in der Frage, was ich studieren möchte, voranzukommen. Was leider nicht der Fall war. Nun ja. Zwischen den vielen, sehr vielen Parzellen von Büchern und Verlagen aus der Schweiz und aus Österreicht versteckt ist eine Parzelle, die sich mit der Zukunft beschäftigt. Ich denke mir, gut, schau doch mal, was damit gemeint ist. Als ich näher herangehe, sehe ich das große Banner über der Parzelle: Lektoren anwesend – Autoren gesucht – Manuskripte erwünscht. Eine Autorin stellt gerade ihr Buch vor, ich spreche mit einer der anderen Frauen. Lektorin sei sie nicht, sagt sie, aber sie gibt mir ein paar Unterlagen und Broschüren zum kreativen Schreiben, auch für einen Fernkurs. Ihre erste Frage war „Sie schreiben, oder?“ Nett von ihr. Aber das ist ja heute ihr Job.

14.50 Uhr

Ich verlasse den dreistöckigen Vierer-Block und suche nach einem Plätzchen für meine zweite Pause. Nirgends ist eine ruhige Sitzgelegenheit zu finden. Ich resigniere und mache mich auf die Suche nach einem gemütlichen, tintenblauen Ledersofa. Tatsächlich gibt es auch in diesem Abschnitt des Komplexes so eine Sofaecke, aber da sind schon ein paar Leute. Hoffentlich verschwinden die bald, damit ich meine Füße hochlegen kann…

15.10 Uhr

Die Leute sind größtenteils weg und ich kann mich zurücklehnen. Die Füße lasse ich aber doch auf dem Boden stehen. Sicherheitshalber. Immer wieder kommen ein paar Leute, setzen sich, stehen wieder auf und machen sich wieder auf den Weg. Das ist ein Kommen und Gehen hier, der Vergleich mit dem Bienenstock war wohl gar nicht so verkehrt.

15.15 Uhr

Es ist im Allgemeinen gleichbleibend voll. Man rempelt sich nicht übermäßig an – nur dort, wo gerade irgendein Programmpunkt stattfindet – aber man muss aufpassen, wo man hintritt. Die Sonne draußen ist weg.

15.40

Ich kriege Hunger und eliminiere den Rest meines Lunchpaketes, das meine Schwester mir heute Morgen gemacht hat. Ich kaufe mir hier nichts zu essen, weil das die hohen Preise, die ich mir vorgestellt hatte, noch übersteigt. Ich werde aber früher gehen und mir auf dem Weg dorthin oder direkt am Bahnhof noch etwas kaufen.

15.55 Uhr

Ich versuche aufzustehen und scheitere kläglich. Stattdessen lese ich noch ein paar Kataloge und gönne meinen Füßen noch ein paar Minuten.

16.15 Uhr

Ich breche auf und verlasse das Gebäude. Beim Durchschreiten der Eingangsbarrieren wird meine Tageskarte ungültig und es gibt kein Zurück mehr. Ich trete hinaus an die frische Luft und atme erst einmal tief durch. Drinnen merkt man nach einer Weile gar nicht mehr, wie stickig und muffig, wie warm und trocken die Luft ist. Heizungsluft mit dem Duft von Menschenmengen eben.Und ich bin schon seit acht Stunden hier… Und dann stelle ich mit Entsetzen fest, dass ich das Gebäude an einer anderen Stelle verlassen, als ich es betreten habe. Nach einer Schrecksekunde folge ich – mal wieder – einem Pärchen in der Hoffnung, es würde mich zurück zur Hauptstraße führen. Von dort aus würde ich den Weg allein finden. Tatsächlich biegen die beiden sogar bis zum Bahnhof jedes Mal mit mir zusammen ab. Aber den Großteil des Weges hätte ich allein gefunden. Wirklich! 🙂

16.30 Uhr

Ich habe noch ewig Zeit, bis mein Zug fährt, aber ich war einfach zu erledigt, um noch länger auf der Messe herumzulaufen. Ich setze mich auf eine Bank an Gleis 11, von wo aus mein Zug in eineinhalb Stunden abfahren soll. Dann krame ich das Buch hervor, das ich „gewonnen“ habe. Nach wenigen Seiten merke ich schon, dass es nicht mein Lieblingsbuch wird. Doch ich halte tapfer auch die nächsten siebzig Seiten durch, während um mich herum die Leute kommen und gehen.

18.50 Uhr

Endlich kommt mein Zug, ich lasse mich in einen Sitz fallen und schließe die Augen. Besuch der Frankfurter Buchmesse erfolgreich abgehakt. Ich habe nicht besonders viele Erfahrungen oder neue Eindrücke mitgenommen, aber ein interessanter Tag war das allemal. Und ein anstrengender, ein sehr anstrengender! Ich schließe die Augen. Gute Nacht, Frankfurt!

Mein Fazit für diesen Tag: Es war interessant, ich habe viele Dinge gesehen, ich habe viele Broschüren mitnehmen können, sodass ich später noch die Möglichkeit habe, etwas nachzulesen, wenn ich mich nicht erinnern kann. Ich hatte die Chance, mich mit Menschen aus der Branche unterhalten zu können, welche ich auch genutzt habe. Aber das, was ich mir von diesem Tag erhofft und was ich erwartet hatte, hat die Messe nicht erfüllen können. Auf dem Weg zur Entscheidung, was ich studieren möchte oder was ich später mal als Beruf ausüben möchte, bin ich keinen Schritt weiter gekommen. Und das war mein eigentliches Ziel. Deshalb: Enttäuschte Erwartungen. Aber ich bin sicher, wenn ich nur zum Spaß dort gewesen wäre, hätte ich den Tag sehr viel zufriedener beenden können. 🙂

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Ein Kommentar zu “Enttäuschte Erwartungen

  1. Pingback: MONTAGSFRAGE // Habt ihr euch schon mal vor einem Buch gedrückt, obwohl ihr es eigentlich lesen wolltet? | watched stuff

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