Von Vorurteilen und der Globalisierung

Jmonsieur claudeetzt, wo mich die erste Herbstgrippe auch erwischt hat und ich mit Salbeitee und Schokolade im Bett liege, habe ich jede Menge Zeit, um die Rezensionen und Reviews zu schreiben, zu denen mir in den letzten Wochen die Zeit fehlte – der wohl allseits bekannte alltägliche Schulwahnsinn im zwölften Jahr lässt grüßen. Also beginne ich heute mit Vorurteilen, wenn wir schon mal davon sprechen…

Als ich neulich meine Schwester besuchen war, wussten wir eines Abends nicht, was wir machen sollten. Es war einfach nichts los. Ein kurzer Blick auf das Kinoprogramm hat uns ein paar Filme aufgezeigt, die an diesem Abend laufen sollten, und recht schnell fiel die Entscheidung auf Monsieur Claude und seine Töchter. Eine gute Entscheidung! Letzte Woche bin ich noch mal mit meinen Eltern in dem Film gewesen und auch sie hatten am Ende 97 Minuten gute Unterhaltung hinter sich.

Kinoplakat / Cover

Das Cover zu diesem Film gefiel mir schon sehr gut. Es hat nicht viel zu viel über den Film verraten, aber durchaus die Neugier geweckt. Warum schaut der Vater so grimmig, die Mutter so sorgenvoll? Dass etwas Schlimmes geschehen ist, ist unwahrscheinlich, denn die Leute im Hintergrund scheinen sich sehr gut zu amüsieren. Also was steckt dahinter? Wenn man sich dann die Inhaltsangaben durchliest oder einen Trailer sieht, weiß man Bescheid – und ist überzeugt.

Handlung

Zu Beginn sieht man eine Tochter nach der anderen heiraten, die Familie freut sich immer mehr – nur nicht die Eltern der Braut. An der Kleidung der Mutter, die immer mehr der Kleiderordnung einer Beerdigung entspricht (inklusive Insektenaugen!), erkennt man deren mangelnde Begeisterung. Es werden Vorurteile hin- und wieder zurückgeworfen, man beleidigt sich und verträgt sich wieder. Auch mal etwas vulgärer, aber immer in einem erträglichen Rahmen. Als Zuschauer leidet man mit den titelgebenden Töchtern, empört sich mit ihnen über die, bezüglich Globalisierung etwas zurückgebliebenen, Eltern und frohlockt am Ende über das – natürlich – amüsante Ergebnis der Familienzusammenführung.

Natürlich gibt es den einen oder anderen Hänger im Spannungsbogen, aber solche Momente sind recht schnell vorbei. Die Geschichte ist nicht zu weit hergeholt, sehr unterhaltsam und zeugt einmal mehr davon, dass die Franzosen mehr Humor haben, als man gemeinhin von ihnen behauptet.

Schauspielerische / Technische Leistung

Dass einer der Charaktere Schauspieler ist, scheint bei diesem Film ein Signal zu sein. Ich spreche kein Französisch, habe also nicht den geringsten Anhaltspunkt, was die Synchronisation angeht. Aber meiner Meinung nach ist nicht nur diese sehr gut gelungen, sondern auch die Umsetzung des Drehbuches. Es hat auch beim zweiten Kinobesuch keinen Moment gegeben, in dem ich an der Geschichte und ihren Figuren gezweifelt habe.

Nachhall im Kopf

Nun, dass ich mir diesen Film zwei Mal im Kino anschauen musste, zeugt eigentlich schon an sich von dem „Nachhall“, den er verursacht hat: Ich habe nicht nachgelassen, bis meine Eltern einwilligten, am Abend eines langen Arbeitstages ins Kino zu fahren und sich einen Film anzusehen, von dem sie bisher nur von mir gehört haben. Und ich glaube, ich werde mir diese Komödie auch auf DVD anschaffen, wenn es soweit ist.

Dieser Film bleibt hängen – zumindest bei mir.

Fazit

Schon mit Ziemlich beste Freunde haben die Franzosen bewiesen, dass ihr Humor mit der internationalen Prägung auf Hollywood mithalten kann. Auch Monsieur Claude… ist ein Beweisstück für diese These. Meiner Meinung nach sollten diese Leute häufiger, viel häufiger Filme produzieren. Und sie dann bitte auch zumindest in die umliegenden Länder verkaufen! 🙂

Meine Bewertung: ♥ ♥ ♥ ♥ ♥

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